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Die letzten Tage im Leben Jesu – Die Karwoche – Woche der Entscheidungen für uns

Mit dem Palmsonntag beginnt die heilige Woche und damit die letzten Tage im Leben von Jesus. Es ist eine Woche voll von Gegensätzen, von Freude und Leid, von bejubelt und fallengelassen werden, von Aufbruch und Resignation, von Leben und Tod.
Ostern 2026
Datum:
24. März 2026
Von:
Thomas Pohl

Mit dem Palmsonntag beginnt die heilige Woche und damit die letzten Tage im Leben von Jesus. Ein Mensch, der aus dem heidnischen, bäuerlichen und armen Nazareth stammt und während seines Wirkens die Missstände seiner Zeit verurteilt hat, ein Mensch, der sich auf die Seite der Armen, Schwachen und Kranken gestellt hat, der sich gegen die Obrigkeit aufgelehnt hat, betritt die Hauptstadt des Judentums, Jerusalem. Es ist eine Woche voll von Gegensätzen, von Freude und Leid, von bejubelt und fallengelassen werden, von Aufbruch und Resignation, von Leben und Tod. Jesus nutzt diese Woche, um noch einmal sein Wirken und seine Lehren auf den Punkt zu bringen. Mit zugespitzten Worten und einfachen Taten, mit Güte und Verständnis stimmt er seine Mitstreiter auf die Zeit nach seinem Tod ein. Er feiert sein letztes Abendmahl und hinterlässt sein Testament. Er wäscht seinen Jüngern die Füße und deutet zugleich an, was Aufgabe derer sein wird, die in der ersten Reihe stehen und stehen wollen; nämlich Diener und Dienerin zu sein, sich selbst zu erniedrigen, um erhöht zu werden, sich klein zu machen, um größer zu sein. Und schließlich die Nacht des Grauens, des Scheiterns, der Hilflosigkeit und des Alleinseins. Der Weg des Mannes, der sich für alle eingesetzt hat, endet schließlich am Kreuz. Die Worte Jesu am Kreuz lassen aufhorchen: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“. Von allen im Stich gelassen, lässt er uns nicht im Stich. Bis zum Ende steht er an unserer Seite. Für uns ist diese Woche eine Woche der Entscheidungen. Ja, wir haben den freien Willen uns zu entscheiden.

Da ist die Menschenmenge. Zu welcher Gruppe gehöre ich? Zu denen die jubeln oder zu denen die schreien: „Ans Kreuz mit ihm.“

Und Judas - Verrate ich ihn, oder stehe ich zu ihm? Eine Entscheidung ist getroffen und endgültig.

Und Pilatus - Ich wasche meine Hände in Unschuld. Kann man es sich so einfach machen?

Nicht zu vergessen, Petrus. Verleugne ich ihn oder riskiere ich mein eigenes Leben? Manchmal kann ich etwas Falsches tun und trotzdem geht es am Ende gut aus, wenn ich einsehe, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Vom Verleugner zum Nachfolger Jesu.

Und schließlich die Gruppe der Jünger und Freunde Jesu. Als die Schrecken dieser Woche für Jesus am Karfreitag endlich vorbei sind, wirkt die Gemeinschaft der Jünger aufgelöst und zerstreut. Jeder geht seiner Wege, vielleicht zurück in sein altes Leben vor der Nachfolge. Alles aus und vorbei?

Nein. Einige Tage später löst sich dieser zerdrückende Zustand und verwandelt sich in eine neue Hoffnung. Alle Jünger erleben und erfahren, dass Jesus nicht im Tod geblieben ist, sondern lebt. Die Gemeinschaft erlebt, dass er bei ihnen ist. Zwischen Karfreitag und Ostern liegen Welten. Wie entscheide ich mich? Bleibe ich beim Karfreitag stehen oder wage ich den Sprung auf die andere Seite. Entscheide ich mich gegen den Tod und für das Leben? Bin ich bereit, mein eigenes Leben kritisch zu hinterfragen und gebe ich mir die Chance nachzujustieren.

Frohe Ostern.